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Wien im Film - Eine cineastische Stadtrundfahrt

Das ganze Land blickt derzeit nach Wien und auch wir schauen uns die Stadt durch eine cineastische Linse an: Wir präsentieren Filme, die nicht nur in Wien spielen, sondern die Stadt zum lebendigen Akteur werden lassen. Mit unserer interaktiven Karte könnt ihr auf Entdeckungsreise gehen.

Für Ortsansässige ist es kein seltenes Spektakel, wenn Film-Teams bei Tag und Nacht die Stadt als Kulisse nutzen: Im Jahr 2019 alleine wurden 684 große und kleine Projekte für Film und Fernsehen in Wien umgesetzt. „In Wien wurde mehr gedreht denn je,“ sagt uns Mariana Stoisits, Leiterin der Vienna Film Commission. Man kann also mit Fug und Recht von einer Filmstadt sprechen, wie sie hierzulande ihresgleichen sucht. Wir haben uns gefragt, was denn das „Sound of Music“ Wiens ist? Welche Locations von Regisseur*innen bevorzugt werden, auf welche Weisen sie die Stadt stilistisch porträtieren, das sehr ihr auf dieser interaktive Karte mit unseren Lieblingsfilmen über Wien: Eine kleine, cineastische Stadtrundfahrt:

Wien im FILM

Wir möchten euch auf unsere kleine Entdeckungstour einladen und bieten deshalb unsere Wien-Special-Filme zum Preis von €3,90 zwischen 24.9. und 11.10.2020 an.

Hier einige der Highlight Locations:

Wurstelprater – WILDE MAUS

Josef Hader, 2017, Komödie

„Ich habe mir gedacht, was ist naheliegend für jemanden, der nichts zu tun hat, er geht wohin, wo’s schön und grün ist.“ Es war für Josef Hader also ganz logisch, dass sein Protagonist sich in die unwirkliche Welt des Praters flüchtet. „Und ich hab mir gedacht, wenn ich schon so einen Musikliebhaber hab, dann möcht ich den wohin stellen, wo ganz, ganz schlechte Musik gespielt wird.“ Doch auch darüber hinaus ist der Prater ein Ort der Begegnung, fernab vom Bobo-Leben der gehobenen Wiener Mittelschicht, jedenfalls für Georg, der in der Einfachheit des Praterlebens sein heimliches Vergnügen findet, das dem Grantler sonst verwehrt bleibt.

Brunnenmarkt – PLANET OTTAKRING

Michi Riebl, 2015, Komödie

Mit viel Augenzwinkern und Romantisierung dient der Brunnenmarkt im 16. Wiener Bezirk als Spielfeld für eine Strizzikomödie mit Kapitalismuskritik. Selbst aufgewachsen am Yppenplatz weiß Regisseur Michi Riebl genau um die Ecken und Kanten des hippen Grätzels. „Ich verbinde mit Ottakring eigentlich Hektik und Party. Untertags hast du den Markt, wo es immer laut ist, mit tausend verschiedenen Menschen. Was da an Ethnien und Gesinnungen zusammen kommt – ich weiß nicht, ob es das sonst in Wien noch in dieser Form gibt.“ Sagt Hauptdarsteller Steinocher (Sammy) zum Schauplatz. Die Ode zum Film und Grätzel lieferte die Grazer Band Granada.

Hannovermarkt – DIE MIGRANTIGEN

Arman T. Riahi, 2017, Komödie

Der Hannovermarkt im 20. Wiener Gemeindebezirk wurde für den Filmdreh zwar in „Rudolfsgrund“ umbenannt, doch sein Wesen bleibt erhalten. Der Grund für den Namenswechsel war ein einfacher – Der Rudolfsgrund wird im Film mit „Migranten“-Klischees aufgeladen, die nicht automatisch auf den Hannovermarkt übertragen werden sollten. Gewählt wurde die Location, weil es ein Ort des multikulturellen Alltags darstellt – authentisch und ungentrifiziert: „Dort hat man noch das Community Feeling,“ erklärt Regisseur Arman T. Riahi. „Die Migrantigen“ behandelt Themen über Gesellschaft, Migration, Integration, Medien, Identität, Alltagsrassismus und Arbeitslosigkeit, nähert sich jedoch den sehr politischen Agenden auf witzige Art und übt Kritik in dem er mit Klischees spielt.

Großfeldsiedlung – NORDRAND

Barbara Albert, 1999,  Drama

Für Barbara Albert war Nordrand ein Stück weit autobiographisch, denn sie selbst wuchs in einer Siedlung in „Transdanubien“ auf. Der Film soll realistischen und zeitgenössischen Blick auf die österreichische Gesellschaft, speziell am Rande der Stadt Wien, ermöglichen. Der Umgang mit und der Alltag von Zuwanderern aus dem ehemaligen Jugoslawien wird daher ebenso thematisiert wie Misshandlung in Familien, Beziehungen und Schwangerschaftsabbruch. Trotz den schwierigen Themen gewinnt Albert diesem Mikrokosmos eine Liebenswürdigkeit ab:Ich bin gern dort aufgewachsen, weil ich gespürt habe, dass das sehr nah am Leben ist. Wenn ich am Abend durch die „Großfeldsiedlung” gehe, ist das für mich sehr idyllisch. Man hört die vielen Kinder – das ist wie im Süden, am Balkon sitzen und Erdbeerbowle trinken.“

Ernst Happel Stadion – COPS

Stefan A. Lukacs, 2018, Thriller

Es ist mal wieder Derbie und die Stimmung ist angeheizt, Hooligans und Polizei stehen einander Gefechtsbereit gegenüber. Diese kriegsähnlichen Zustände beleuchtet Regisseur Istvan in seinem Spielfilmdebüt COPS. Er präsentiert den Polizeiapparat in seiner vollen Komplexität, ein System, das keine Schwächen zulässt, Gewalt forciert und das von falsch verstandener Männlichkeit lebt. Das Wiener Ernst Happel Stadion dient dabei als Kessel, der kurz vor dem Überbrodeln ist und die jungen Polizisten auf die Zerreißprobe stellt.

F23 Kulturzentrum – NEVRLAND

Gregor Schmidinger, 2019, Thriller

Die heimische Clubkultur wird im modernen Wiener Film häufig als Schauplatz herangezogen, allen voran dient die Grelle Forelle als Sinnbild für das Wiener Nachtleben. Schmidinger dringt jedoch noch weiter in die Subkultur ein und wählt für eine Techno-Party-Szene die Industriehallen des F23 Kulturzentrums am Rande der Stadt.: Sein Rave ist rauh, laut, exzessiv und sehr nah an der Wirklichkeit der Wiener Szene.

KINO WIEN FILM

Paul Rosdy, 2018, Dokumentation

Zugegeben – Kino Wien Film lässt sich nicht auf eine Szene herunterbrechen und hat es deshalb nicht in unsere Karte geschafft. Kino Wien Film ist eine Kinoreise durch Wien von 1896 bis heute. Sie erzählt mittels Gesprächen mit Kinobetreibern, Filmvorführern und Technikern, Kinobesuchern und einem Historiker sowie zahlreichen Film-, Foto- und Textdokumenten eine Kinogeschichte Wiens – vom ersten Kino auf der Kärntner Straße bis zur heutigen Multiplexwelt.

Schwedenplatz – KAVIAR

Elena Tikhonova, 2019, Komödie

Ein russischer Oligarch will sich in Wien niederlassen und Geld spielt bei seinem Wunsch keine Rolle: Es gab verschiedene Ideen, wie man ihn Wien auf den Kopf stellen lassen könnte, eine echte Safari im Wiener Prater zum Beispiel – durchgesetzt hat sich die Unmöglichkeit eine Villa mitten auf der Schwedenbrücke im Zentrum Wiens bauen zu wollen. Ausgeheckt wird der Plan im Sofitel am Donaukanal, dessen bunte Deckenbeleuchtung die Wiener Skyline am Donaukanal maßgeblich prägt. Sofitel als auch Schwedenplatz sind Fixpunkte im Wiener Tages- und Nachtgeschehen und bieten sich deshalb als plakative Kulisse für die Culture-Clash-Ganoven-Komödie Kaviar an.