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Mwita Mataro - Der Musiker & Schauspieler im Interview

Mit dem Dokumentarfilm AUSTROSCHWARZ erzählt Musiker Mwita Mataro eine persönliche und zugleich politische Geschichte über das Aufwachsen als POC in Österreich. Der Film verbindet Humor mit schmerzhaften Erfahrungen und macht sichtbar, was in der österreichischen Film- und Medienlandschaft noch immer selten ist: eine Perspektive von Betroffenen selbst. Im Gespräch erzählt Mataro, warum Ehrlichkeit, Selbstermächtigung und auch Selbstzweifel für ihn zentrale Bestandteile des Films sind – und weshalb es so wichtig ist, die eigene Geschichte selbst zu erzählen.

Habt ihr Lust auf mehr? Mwita hat uns zusammen mit Co-Regisseur Helmut Karner auch eine Kuratierung seiner Lieblingsfilme im VOD CLUB zur Verfügung gestellt.

AUSTROSCHWARZ ist eine sehr persönliche Reise – durch Österreich ebenso wie durch deine eigene Geschichte. Gab es einen konkreten Moment oder Auslöser, in dem dir klar wurde, dass daraus ein Film entstehen muss?

Ich gehe, glaube ich, seitdem ich zehn bin sehr gerne und oft ins Kino. Als ich mich mit 20 mit dem österreichischen Kino befasst habe, hat es mich gewundert, dass fast ausschließlich Geschichten über die weiße Bevölkerung gezeigt werden. Was ist mit den Österreicher:innen, die zum Beispiel asiatische, türkische, arabische Migrationsbiografie haben? Als Österreicher mit tansanischen Wurzeln habe ich mir schon damals gedacht, dass ich irgendwann mal gerne einen Film aus meiner Lebensrealität heraus erzählen möchte. Wie, wusste ich nicht. Dass das Ganze dann zu AUSTROSCHWARZ geführt hat, kann ich rückblickend sagen, war eine Aneinanderreihung von glücklichen Zufällen.

Der Film stellt immer wieder die Frage nach Zugehörigkeit: Wer gilt als „österreichisch“ – und wer nicht? Wie haben die Gespräche und Begegnungen während deiner Reise deinen eigenen Blick auf diese Frage verändert?

Ich denke, dass es dazu keine pauschale Antwort gibt bzw. es auch nicht geben sollte. Aufgrund meiner Hautfarbe habe ich die Erfahrung machen müssen, dass ich oft als “Österreicher” in Frage gestellt wurde und das, obwohl ich in Salzburg geboren wurde. Ich hatte großes Glück, dass ich als 15-Jähriger begonnen habe, Kunst zu machen, in meinem Fall ist es Musik, später dann mit AUSTROSCHWARZ die Kunstform Film.

Das Schöne an der Kunst ist es, neue Perspektiven zu geben, die vielleicht so noch nicht in Betracht gezogen worden sind, wenn man sich zum Beispiel mit der nationalen Identität befasst. “Österreichisch” hatte für mich eine lange Zeit was Endgültiges, etwas was nicht veränderbar ist und immer so sein muss. Ich denke jedoch, dass die nationale Identität ein ewiger Prozess ist, der ständig in Bewegung ist.

Mir war es bei AUSTROSCHWARZ wichtig, das “österreichisch” in Frage zu stellen, und ob es überhaupt möglich ist, das “österreichisch” neu zu formen. Wie geht es dem Publikum, nachdem sie die Doku gesehen haben? Können sich manche damit identifizieren? Welche Fragen und Gedanken entstehen? Bin ich der Einzige, der sich die Fragen im Film gestellt hat? Ich bin froh, bei den vielen Q&As von AUSTROSCHWARZ von Menschen ähnliche Geschichten wie meine gehört bekommen zu haben. Ich habe mich dadurch weniger alleine gefühlt und habe mich sehr gefreut, dass sich viele nicht-weiße Personen durch den Film repräsentiert gefühlt haben.

Musik spielt in AUSTROSCHWARZ eine zentrale Rolle – nicht nur als Soundtrack, sondern als Ausdruck von Identität und Widerstand. Welche Bedeutung hat Musik für dich, sowohl als filmisches als auch als persönliches Werkzeug?

Beim Schreiben des Drehbuchs mit meinem Co-Regisseur und Co-Autor Helmut Karner habe ich seit der ersten Drehbuch-Version gewusst, dass Austropop unbedingt vorkommen soll. Für den Film habe ich dann extra eine Band aus nicht-weißen Musiker:innen und Sänger:innen gegründet und mit ihnen an einem Abend Fendrich, Danzer, Falco und Co. gecovert.

Wenn ich Leuten erzähle, dass ich Musik mache, sind sie oft verwundert, dass ich Rock mache, weil sie aufgrund meiner Hautfarbe denken, dass ich bestimmt Rap oder R’n’B mache. Wiederum wird es von meinen weißen österreichischen Musikkolleg:innen erwartet, wenn sie deutschsprachige Musik machen, dass sie Austropop machen. Aber davon möchten sich viele distanzieren. Aufgrund dieser Beobachtungen fragte ich mich, wie das wohl sein wird, wenn auf der Bühne nicht-weiße Musiker:innen Austropop Lieder covern und welche Diskurse dadurch entstehen. Ich fand das ein schönes Gedankenexperiment und hoffe, dass sich vor allem nicht-weiße Personen dem Genre Austropop nähern und eventuell sogar Austropop machen?

Du trittst im Film selbst als Erzähler und Protagonist auf. Wie herausfordernd war für dich der Schritt vor die Kamera?

Für mich war es von Anfang klar, dass ich meine Perspektive erzählen möchte, weil das Thema “Schwarz sein” letzten Endes auch sehr individuell und sehr persönlich ist. Die Doku hat nicht die Haltung, pauschal über die Schwarze Bevölkerung in Österreich zu berichten. Ich wusste, dass ich die Doku machen “muss”, weil ich mit 27 auch an einem Punkt in meinem Leben war, wo ich mit meinen Identitätsfragen überfordert war und die Kunstform Film für mich die einzige Möglichkeit war, diese Komplexität zu erzählen und zu verarbeiten.

Die größte Herausforderung war es aber mit den Kindern zu arbeiten, weil es 1. kein Skript gab, 2. ich wenig Erfahrung mit Kindern habe und 3. neben den Musikvideos von meiner Band “At Pavillon” auch nicht viel schauspielerische Erfahrung habe.

Helmut und ich haben uns sehr intensiv auf die zwei Studiotage vorbereitet und ich hatte immer wieder gute Anhaltspunkte beim Drehen, wo die Anspannung dann weg war und ich mich voll und ganz auf die Kinder konzentrieren konnte. Es waren aber auch die anstrengendsten Drehs für mich.

In AUSTROSCHWARZ geht es nicht nur um Schmerz und Tragik, sondern auch um Empowerment, Humor und Selbstermächtigung. Wie wichtig war es dir, diese Aspekte bewusst mitzuerzählen?

Das freut mich sehr, dass vor allem der Humor in AUSTROSCHWARZ spürbar ist. Ich mag es generell Filme zu sehen, die nicht monoton erzählt werden, sondern mit all ihren Höhen und Tiefen. Halt wie das Leben. Als ich die Möglichkeit bekommen habe, meine Erfahrungen als Schwarzer Österreicher in einer Kinodoku zu erzählen, habe ich mir selbst die Herausforderung gemacht, so ehrlich und so emotional wie möglich zu sein. Dabei gilt es auch die unschönen und komischen Seiten von sich zu zeigen, um dadurch wieder eine Leichtigkeit in das Ganze zu bringen.

Als Schwarzer Österreicher Co-Regie und Co-Autor bei AUSTROSCHWARZ machen zu dürfen, hat mir auch das Gefühl der Selbstermächtigung gegeben. Der Gedanke war “endlich kann ich erzählen, was ich mir wirklich denke und ihr müsst mir jetzt alle zuhören”. Mir war es wichtig, meine Geschichte zu erzählen, weil oft in österreichischen Filmen über Betroffene von Diskriminierung gesprochen wird, aber selten haben Betroffene die Möglichkeit aus ihrer eigenen Perspektive in der Rolle der Regie und/oder Drehbuchautor:in ihre Geschichten zu erzählen. Im Film dokumentiere ich ebenso mit einem Camcorder meine Reise als Filmemacher, wo ich auch meine Zweifel an mir und dem Film anspreche. Dadurch erhoffe ich mir, dass Menschen in Österreich, die sich anders fühlen, den Impuls bekommen, auch ihre Geschichte zu erzählen bzw. auch zu wissen, dass sie mit ihren Gedanken nicht alleine sind.

Credits: Lukas Johann